Holzfällerhemden
Holzfällerhemden, das sind vom Konzept her die Arbeitshemden, welche für die zahlreichen Forstarbeiter im Nordwesten der USA und auch in Kanada als Berufskleidung galten. Sie haben schon lange Kultstatus bei Outdoorfreunden und sind praktisch und pflegeleicht.
Grobkariert ist das wohl häufigst anzutreffende Design mit Rottönen als Grundfarbe, aber jede andere Farbkombination oder Muster wäre auch möglich und statthaft. Der Schnitt von den Holzfällerhemden ist im Allgemeinen großzügig, erinnert aber entfernt an ein typisches Westernhemd (Cowboyhemd) mit lotrechter Knopfleiste.
An Stoffen finden vorwiegend aufgerauhte Baumwollgewebe aber auch schwere Flannellqualitäten Verwendung. Ein Lumberjack (amerikanisches Englisch für: Holzfäller) würde es als Frevel betrachten, wenn man sein Hemd bügelt oder gar die Hemdkragen stärkt. In Nordamerika wird es nach der täglichen Wäsche dann getrocknet "von der Leine weg" getragen.

Holzfällerhemden sehen nicht nur derbe aus, sie sind es auch, jedenfalls was die Verarbeitung der Nähte, Knöpfe und Taschen sowie die Reissfestigkeit des Gewebes angeht. Der hervorragende Tragekomfort ergibt sich aus dem verwendeten, weichen, atmungsaktiven und hautfreundlichen Material sowie dem recht großzügigen Zuschnitt. Solche Holzfällerhemden schränken den Bewegungsradius der Arme weder in den Schultern noch am Ellengelenk ein. An den Ärmelenden haben Holzfällerhemden einen knopfgesicherten Ärmelaufschlag, welcher im Einsatz einmal zurückklappt und wieder geknöpft wird. An heissen Tagen konnte der Ärmel auch bis über den Ellenbogen hochgekrempelt werden.
In Kanada und im Nordwesten der USA wird es auch in den Übergangsjahreszeiten schon mal sehr kühl, bei Schneefall ruhte die Arbeit, aber bis zur Frostgrenze wurde durchgängig gearbeitet. Für die kalten Tage gab es Holzfällerhemden in gefütterten Qualitäten. Das waren wohl die Vorläufer aller Thermohemden. Sie waren mit isolierendem Wollfilzgewebe oder anderen, hochgradig isolierenden Füllmaterialien ausgefüttert, denn Jacken kannten die Lumberjacks im Arbeitseinsatz nicht.
Ein weiteres typisches Merkmal von echten Holzfällerhemden waren charakteristische, aufgesetzte Brusttaschen mit geknöpfter Klappe. Groß genug für eine Tabaksdose oder ein paar getrocknete Streifen geräucherten Rindfleisches (beef jerky), dem Standardessen der Holzfäller im Gelände. Die Klappe sicherte den Tascheninhalt gegen Herausfallen oder Herausrutschen in gebückter Stellung.
Diese Kulthemden sind heutzutage trendige Outdoorwear und werden gerne von Personen getragen, die sich Wind und Wetter aussetzen müssen. Egal ob Jäger, Wanderer, Angler oder Markthändler, ein Hemd mit Stil steht auch Ihnen.






